Mindestlohn – Was ist zu beachten?

Ab dem 1. Januar gilt in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn von brutto 8,50 Euro pro Stunde.

Was müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer beachten?

Minijobber und Minijob-Arbeitgeber sollten berücksichtigen, dass es bei einer Erhöhung des Stundenlohns auf 8,50 Euro zum 1. Januar 2015 zur Überschreitung der Geringfügigkeitsgrenze kommen kann. Wenn das regelmäßig erzielte monatliche Arbeitsentgelt den Betrag von 450 Euro überschreitet, muss der Arbeitsvertrag angepasst werden, damit weiterhin ein 450-Euro-Minijob vorliegt. Beispielsweise kann die vereinbarte monatliche Arbeitszeit reduziert werden. Wird die Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro regelmäßig überschritten, liegt kein Minijob mehr vor, sondern ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis.

Beispiel

a) im Jahr 2014 (ohne Mindestlohn)

Bruttolohn im Jahr 2014 = 8,00 Euro/Stunde
Anzahl der Arbeitsstunden = 56 Stunden/Monat
Monatliches Arbeitsentgelt = 448 Euro/Monat

=> Minijob liegt vor

b) im Jahr 2015 (mit Mindestlohn)

Bruttolohn im Jahr 2015 = 8,50 Euro/Stunde
Anzahl der Arbeitsstunden = 56 Stunden/Monat
Monatliches Arbeitsentgelt = 476 Euro/Monat

=> kein Minijob, sondern sozialversicherungspflichtiger Midijob

52 Stunden im Monat

Grundsätzlich kann künftig jeder Minijobber maximal rund 52 Stunden pro Monat arbeiten, wenn der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde gezahlt wird.

Wichtig für Arbeitgeber: Für Minijobber müssen detaillierte Stundenaufzeichnungen geführt werden. Hierfür kommt die maschinelle Zeiterfassung oder entsprechende manuelle Aufzeichnungen in Betracht, mit denen mindestens wöchentlich Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzuzeichnen sind.

Eine Ausnahme gilt lediglich für Minijobber in Privathaushalten – hier besteht keine Aufzeichnungspflicht.

Ein Kommentar zu “Mindestlohn – Was ist zu beachten?

  1. Und für die passende Zeiterfassung gibt es dann noch hunderte Agentursoftwares die einen dabei unterstützend unter die Arme greifen und die monatlichen Fixkosten aufstocken ;) Klar lohnt sich das, aber gerade bei kleinen Unternehmen könnten die Anschaffungskosten für eine solche Software-Lösung dafür sorgen, dass Unternehmen Minijobber entlassen bzw. gar nicht erst einstellen. Klar ist es zum Schutz des Arbeitnehmers, aber ich als Arbeitnehmer bin jetzt Joblos, weil sich mein Unternehmen für die Lösung 1 entschieden hat: Kündige allen Minijobbern und stell dafür 2 Teilzeit-Kräfte ein! Ganz tolle Sache…

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