Interview mit Gesine Schulz, Krimiautorin und Erfinderin des Tages der Putzfrau (8. November)

Gesine Schulz

Krimiautorin Gesine Schulz über den Dächern der Minijob- Zentrale in Essen

Frau Schulz, seit nunmehr zehn Jahren gibt es immer am 8. November den Tag der Putzfrau. Wie kam es dazu, dass Sie den Gedenktag ins Leben gerufen haben?

Daran ist Karo Rutkowsky schuld. Sie ist die Privatdetektivin und Putzfrau, die in zwei Dutzend meiner Kurzkrimis ihre Fälle löst. Auf die Idee, dass sie in ihrem Zweitberuf putzt, war ich nach einem Zufallsgespräch mit einer Putzfrau gekommen, die mir einiges aus ihrem Alltag erzählte.

Mein Putzfrauen-Wissen erweiterte sich von Krimi zu Krimi durch meine Recherchen, aber auch, weil ich, zum Beispiel nach Lesungen, Putzfrauen kennenlernte. Eines Tages stieß ich im Internet zufällig auf eine Liste von Gedenktagen. Manche kannte ich, andere fand ich eher verblüffend, zum Beispiel den Tag des deutschen Butterbrots. Da dachte ich spontan: „Putzfrauen hätten erst recht einen solchen Tag verdient.“

Dieser Gedanke hing mir nach. Und ein paar Tage später rief ich ihn aus, den Internationalen Tag der Putzfrau. Erst vor mich hin murmelnd am Schreibtisch, dann erzählte ich es einer Putzfrau, einer Freundin und trug es in die Wikipedia-Gedenktage-Liste ein, wo er nach fünf Jahren leider gelöscht wurde.

Und ist der 8. November eine zufällige Auswahl Ihrerseits?

Es ist der Geburtstag von Karo Rutkowsky.

Warum, denken Sie, sind Haushaltshilfen eine so wichtige Unterstützung in unserem Alltag?

Man muss sich nur einmal vorstellen, wie es in vielen Haushalten, Ehen, Familien ohne Hilfe aussehen würde…

Wird Ihre Romanheldin Karo Rutkowsky als Putzfrau und Privatdetektivin bald wieder einen neuen Fall lösen?

Sie löst natürlich ständig Fälle 😉 Wann ich wieder einen Karo-Krimi schreiben werde, weiß ich noch nicht; ich sitze zurzeit an zwei anderen Buchprojekten.

Und wird sie als Putzhilfe auch offiziell bei der Minijob-Zentrale angemeldet?

In den Krimis ergibt sich immer wieder Situationskomik aus der Tatsache, dass sie illegal putzt: Ihre Sachbearbeiterin beim Finanzamt ist misstrauisch; Karos Ex-Freund ist bei der Kripo und will sie eigentlich nicht länger decken. Ein Stressfaktor für Karo, der aber beim Lesen unterhält. Außerdem nutzt sie die Putzfrauen-Tätigkeit auch zur Tarnung, um undercover  als Privatdetektivin zu ermitteln.

Aber ich denke, Karos Putz-Kolleginnen, die in manchen der Krimis auftauchen, sind in der Minijob-Zentrale angemeldet. Es sind gestandene Frauen, die darauf Wert legen, versichert zu sein – schließlich passieren im Haushalt mit die meisten Unfälle. Sie kommen in den Haushalten ihren Pflichten nach, fordern aber auch ihre Rechte ein.

Danke für das Interview!

Mehr zu Karo Rutkowsky und Gesine Schulz:
http://www.gesineschulz.com/
Karo ist auf Twitter aktiv: https://twitter.com/KaroRutkowsky – dort kann man ihr folgen und bei Bedarf die Meinung sagen.
Mehr über Karos gesammelte Fälle hier: http://dld.bz/c62nu

Ein Kommentar zu “Interview mit Gesine Schulz, Krimiautorin und Erfinderin des Tages der Putzfrau (8. November)

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