Was passiert mit den Beiträgen, die von der Minijob-Zentrale eingezogen werden?

BeitragszahlungDie Minijob-Zentrale behält die eingezogenen Beiträge und Abgaben nicht für sich, sondern leitet diese arbeitstäglich weiter an die Träger der Gesetzlichen Rentenversicherung, den Gesundheitsfonds, das Bundeszentralamt für Steuern und die Bundesagentur für Arbeit. Für diese Dienstleistung erhält die Minijob-Zentrale wiederum von den Sozialversicherungsträgern eine Vergütung und vom Bundesministerium der Finanzen einen jährlichen Zuschuss. Die Bestimmungen hierfür sind geregelt in § 28 I Sozialgesetzbuch Viertes Buch.

Renten- und Krankenversicherungsbeiträge

Die Rentenversicherungsbeiträge werden aufgeteilt zwischen der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund), der Knappschaft-Bahn-See (Bundesanteil) sowie der DRV Mitteldeutschland (Ost) und der DRV Westfalen (West). Das Bundesversicherungsamt verwaltet den Gesundheitsfonds, dem die Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung zugeführt werden. Aus dem Gesundheitsfonds erhalten die Krankenkassen Zuweisungen, mit denen sie ihre Leistungen finanzieren und ihre Verwaltungskosten bestreiten. Auf dem Beitragsnachweis müssen die Arbeitgeber jeweils den Rechtskreis angeben, also ob die Beschäftigung im Ost- oder Westteil unseres Landes ausgeübt wird. Dementsprechend werden die Beiträge entweder dem Ost- oder Westteil unseres Landes zugeordnet und aufgeteilt.

Pauschsteuer

Das Bundeszentralamt für Steuern erhält die vereinnahmten Pauschsteuern. Aus der Gesamtsumme der Pauschsteuer entfallen grundsätzlich 90 Prozent auf die Einkommensteuer, sowie jeweils 5 Prozent auf den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Anhand der übermittelten Entgeltmeldungen errechnet die Minijob-Zentrale den Verteilungsschlüssel des Einkommensteueranteils auf die einzelnen Bundesländer. Grundlage hierfür ist der gemeldete Wohnort der Minijobber.

Umlagen

Auch Minijobber haben im Falle einer Insolvenz ihres Arbeitgebers Anspruch auf die Zahlung von Insolvenzgeld durch die Agentur für Arbeit. Deshalb wird auch für Minijobber die Insolvenzgeldumlage erhoben und von der Minijob-Zentrale an die Bundesagentur für Arbeit weitergeleitet. Im Falle einer Erkrankung oder während des Mutterschutzes haben Minijobber – genau wie jeder andere Beschäftigte – Anspruch auf die Fortzahlung ihres Arbeitsentgeltes. Damit die Arbeitgeber nicht übermäßig belastet werden, haben die sie die Möglichkeit, eine Erstattung ihrer Aufwendungen zu erlangen. Die finanziellen Mittel hierfür werden über die Arbeitgeberversicherung in Form der Umlage 1 für Aufwendungen im Krankheitsfall und der Umlage 2 für Aufwendungen bei Schwangerschaft/Mutterschaft aufgebracht.

Säumniszuschläge und Zinsen

Als zuständige Einzugsstelle überwacht die Minijob-Zentrale die pünktliche Beitragszahlung. Gehen die Beiträge nicht bis zum Ablauf des Fälligkeitstages ein, gibt es für die Minijob-Zentrale eine gesetzliche Verpflichtung zur Erhebung von Säumniszuschlägen. Auch diese Säumniszuschläge und Zinsen für Beiträge, etwa im Falle von Stundungen, führen wir an unsere Auftraggeber ab.

9 Kommentare zu “Was passiert mit den Beiträgen, die von der Minijob-Zentrale eingezogen werden?

  1. Der Pauschal Betrag für Knappschaft Bahn See, so habe ich aus dem Anhang erlesen, wird für Renten und Steuern verwendet. Wir hätten gerne gewusst wer die
    Rentenbeträge bekommt. Uns ist bekannt, dass die Menschen die dafür arbeiten nichts bekommen. Dies ist die ungerechteste Beitrags – Abführung die es je gegeben
    hat in unserem Land. Menschen die Arbeiten und für die Beiträge bezahlt werden, sollten unbedingt Anspruch wenn auch geringfügig haben.
    In Erwartung ihrer Nachricht verbleiben wir

    mit freundlichen Grüßen

    Marianne Ullmann

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    • Guten Tag Frau Ullmann,

      in einem 450-Euro-Minijob fallen grundsätzlich Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung an. Dabei entrichtet der Arbeitgeber immer einen Beitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent vom Arbeitsentgelt. Arbeitnehmer in einem Minijob sind ebenfalls rentenversicherungspflichtig und zahlen einen Eigenanteil in Höhe von 3,6 Prozent vom Arbeitsentgelt. Bereits durch den geringen Eigenanteil sichert sich der Minijobber das volle Leistungspaket der gesetzlichen Rentenversicherung.

      Nur um einige Vorteile zu nennen:
      – das Arbeitsentgelt wird in voller Höhe bei der Rentenberechnung berücksichtigt
      – die Beitragsmonate werden in vollem Umfang auf die Wartezeit angerechnet
      – der Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung wird gesichert
      – es werden Ansprüche auf Leistungen zur Rehabilitation erworben

      Auf Antrag kann sich der Arbeitnehmer aber auch von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Dann entfällt für den Arbeitnehmer der Eigenanteil zur Rentenversicherung in Höhe von 3,6 Prozent. Durch die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht erwirbt sich der Minijobber dennoch geminderte Anwartschaftszeiten und der Verdienst wirkt sich, allein durch den Arbeitgeberanteil, noch rentensteigernd aus.

      Insofern wird der Rentenbeitrag bei jedem Minijobber berücksichtigt. In welchem Umfang entscheidet der Minijobber selbst.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  2. Auf meinen Antrag auf Altersrente bei der Deutschen Rentenversicherung kann nach 5 Monaten kein Bescheid erfolgen, weil keine entsprechende Meldungen der Minijobzentrale an die Rentenversicherung vorliegen, obwohl ich vom Arbeitgeber die Meldebescheinigungen vorliegen habe. Wer kann mir bei der Minijobzentrale Auskunft geben?

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