Auch Minijobber haben ein Recht auf Urlaub

Urlaub - © Gina Sanders / Fotolia
Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam – gerade im Mai und Juni eines Jahres gibt es viele Feiertage und Arbeitnehmer nehmen sich dann gerne mit Brückentagen Urlaub. Auch Minijobber haben einen gesetzlichen Anspruch auf Erholungsurlaub. Deshalb sind hier die wichtigsten Informationen zum Urlaubsanspruch und dessen Berechnung zusammengestellt.

Arbeitnehmer, die einen Minijob ausüben, gelten nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) als Teilzeitbeschäftigte und haben damit wie jeder Arbeitnehmer Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Bei einer sechs-Tage-Woche beträgt der gesetzliche Urlaubsanspruch mindestens vier Wochen bzw. 24 Werktage im Jahr, die tatsächliche Anzahl der Urlaubstage muss jedoch auf die zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbarten wöchentlichen Werktage umgerechnet werden. Dabei ist nur die Zahl der pro Woche gearbeiteten Tage relevant, nicht die Zahl der geleisteten Stunden.

Berechnung des Urlaubsanspruchs:

Individuelle Arbeitstage pro Woche x 24 : 6 = Urlaubstage

Beispiel:

Einem Arbeitnehmer, der fünf Tage die Woche arbeitet, stehen 20 Urlaubstage im Jahr zu, auch wenn er insgesamt nur 10 Stunden die Woche arbeitet (5×24:6). Leistet er diese 10 Stunden dagegen an zwei Werktagen in der Woche ab, stehen ihm nur acht Urlaubstage zur Verfügung (2×24:6).

Da Minijobber wegen des Grundsatzes der Gleichbehandlung nicht ohne sachlichen Grund benachteiligt werden dürfen, kann der Urlaubsanspruch höher ausfallen, wenn der Arbeitgeber ihren vollzeitbeschäftigten Kollegen einen längeren Jahresurlaub gewährt.

Weitere Blogbeiträge zum Urlaubsanspruch für Minijobber:

Die Informationen zum Urlaubsanspruch gibt es auch hier als Download: Minijobs – Merkblatt zum Arbeitsrecht

Infos zum Anspruch auf Urlaub für Minijobber haben wir auch in unserer Videoreihe „Minijob? – Wir antworten“ zusammengefasst:

 

Anmerkung:

Liebe Blog-Leser,
bitte beachten Sie, dass wir Sie zu arbeitsrechtlichen Einzelanfragen im Detail nicht beraten können.

Wir als Minijob-Zentrale erteilen lediglich allgemeine Auskünfte zum Thema Arbeitsrecht. Diese finden Sie auf unserer Homepage.

Für eine individuelle Beratung zum Thema Arbeitsrecht empfehlen wir Ihnen das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales anzurufen. Dieses erreichen Sie von montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030/221 911 004.

Darüber hinaus können Sie sich für eine Rechtsberatung unter anderem an eine Gewerkschaft oder an einen Rechtsanwalt wenden.

218 Kommentare zu “Auch Minijobber haben ein Recht auf Urlaub

    • Hallo Frau Mertins,

      bei einem 450-Euro-Minijob dürfen Sie regelmäßig monatlich bis zu 450 Euro verdienen. Wenn Sie ein Jahr lang durchgehend arbeiten, sind das höchstens 5.400 Euro. Diese jährliche Verdienstgrenze gilt für einen Jahreszeitraum ausgehend vom Beginn Ihrer Beschäftigung.

      Da Ihr Minijob im Februar 2017 begonnen hat, dürfen Sie im Jahreszeitraum Februar 2017 bis Januar 2018 maximal 5.400 Euro verdienen. Sofern Sie diese Verdienstgrenze durch Ihr vereinbartes Arbeitsentgelt nicht erreichen, können Sie den Rest durch aushelfen dazu verdienen.

      Weitere Informationen zu der jährlichen Verdienstgrenze und zu einem möglichen Überschreiten finden Sie auf unserer Internetseite: https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/02_gewerblich/01_grundlagen/01_450_euro_gewerbe/01_Entgeltgrenze/node.html

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      Gefällt mir

  1. Sehr geehrtes Blog Team

    ich bin als Koch in Teilzeit in einem Saison Betrieb tätig und Studiere in Vollzeit 5 Tage die Woche. Im Regelfall arbeite ich 2 Tage die Woche. Ca 10-15 Stunden aber in den Ferien bis zu 5 Tage xx Stunden, da mache ich dann auch Überstunden. Ich soll laut Vertrag 52.9H im Monat arbeiten, was ich im Winter nicht schaffe aber im Sommer oft überschreite. Wie lässt sich mein Urlaubsanspruch ermitteln?

    Gruß Jason Mbousounis

    Gefällt mir

    • Hallo Herr Mbousounis,

      wir als Minijob-Zentrale erteilen lediglich allgemeine Auskünfte zum Thema Arbeitsrecht.

      Da Sie in der Regel zwei Tage in der Woche arbeiten, ergibt sich für Sie ein gesetzlicher Urlaubsanspruch von mindestens 8 Tagen im Jahr.

      Wie mit Ihren Überstunden umzugehen ist, ist abhängig davon, was Sie mit Ihrem Arbeitgeber vereinbart haben. Entweder Ihr Arbeitgeber zahlt Ihnen die Überstunden aus oder er bietet Ihnen für die geleisteten Überstunden einen bezahlten Freizeitausgleich an. Der Überstundenabbau ist jedoch nicht mit dem Anspruch auf Urlaub gleichzusetzen. Es liegt generell im Ermessen Ihres Arbeitgebers, wann Sie Ihre Überstunden durch bezahlte Freizeit ausgleichen dürfen.

      Sie haben angegeben, dass Sie laut Arbeitsvertrag 52,9 Stunden im Monat arbeiten. Da der aktuelle Mindestlohn bei 8,84 Euro je Stunde liegt, würden Sie die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro regelmäßig überschreiten.

      Für weitere Fragen zum Thema Arbeitsrecht empfehlen wir Ihnen das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Dieses erreichen Sie von montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030/221 911 004.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s