Entgeltfortzahlung bei Krankheit auch für Minijobber

Minijobber, die erkrankt sind oder an einer Rehabilitationsmaßnahme teilnehmen, haben – wie jeder andere Arbeitnehmer – bis zu 6 Wochen Anspruch auf Fortzahlung ihres Entgeltes durch den Arbeitgeber. Der Anspruch entsteht automatisch, wenn das Arbeitsverhältnis zwischen Minijobber und Arbeitgeber seit mindestens vier Wochen ununterbrochen besteht.

Leider kommt es immer wieder vor, dass Minijobber während ihrer Erkrankung kein Entgelt erhalten. In diesen Fällen weist der Arbeitgeber dann keine Pauschalbeiträge zur Sozialversicherung nach und übermittelt uns gegebenenfalls einen Nullbeitragsnachweis für den betreffenden Monat. Aufgrund des Anspruches auf Entgeltfortzahlung sind jedoch auch für den Zeitraum der Erkrankung Pauschalbeiträge zur Sozialversicherung für den Minijobber nachzuweisen und zu zahlen.

Damit der Arbeitgeber durch die Entgeltfortzahlung nicht finanziell überlastet wird, sieht der Gesetzgeber eine Erstattung in Höhe von 80 Prozent des fortgezahlten Entgeltes vor. Die Mittel für die Erstattung werden durch die Umlagebeiträge der an diesem Ausgleich beteiligten Arbeitgeber erbracht (U1 für Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit und U2 für Arbeitgeberaufwendungen bei Schwangerschaft/Mutterschaft). Für alle Minijobber – unabhängig davon, bei welcher Krankenkasse diese versichert sind – und alle knappschaftlich Versicherten führt das Erstattungsverfahren die Arbeitgeberversicherung der Knappschaft durch.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Internetseite. Darüber hinaus bietet die Arbeitgeberversicherung die Broschüre „Ausgleichsverfahren für Arbeitgeber“ zum Thema an.

Infos zum Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit haben wir auch in unserer Videoreihe „Minijob? – Wir antworten“ zusammengefasst:

18 Kommentare zu “Entgeltfortzahlung bei Krankheit auch für Minijobber

  1. Hallo,

    folgender Fall: ich arbeite i.d.R. 2-4 Nächte im Monat. Leider war ich in einem Monat über meine 3 eingetragenen Arbeitstagen krank. Für diese 3 Nächte hätte ich normalerweise, ohne Zuschläge, 360€ bekommen. Ich habe allerdings für diese Tage nur 40,68€ erhalten.
    Um das Gehalt ein wenig aufzustocken hat man mir zusätzlich Zwangsurlaub eingeplant, sodass ich letzten Endes einen Verdienst von 112,40€ hatte.
    Eine Entgeltfortzahlung ist ja schön und gut, aber die ist so gering, dass man es sich nicht erlauben kann krank zu werden.
    Oder berechnet mein Arbeitgeber die Krankheitstage nicht korrekt?

    Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen!

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    • Hallo,

      für Minijobber gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung. So dürfen Minijobber nicht schlechter behandelt werden als vergleichbare vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer.
      Dies gilt im Arbeitsverhältnis für alle Maßnahmen und Vereinbarungen, die Ihr Arbeitgeber mit Ihnen als Minijobberin trifft.
      Wenn Sie krank sind muss Ihnen Ihr Arbeitgeber Ihren Lohn (Entgeltfortzahlung) weiterzahlen. Sie haben Anspruch auf den Lohn, den Sie bekommenen hätten, wenn Sie nicht krank gewesen wären.
      Die Entgeltfortzahlung wird nur für den Zeitraum geleistet, an dem Sie geplant waren aber aus gesundheitlichen Gründen an der Arbeitsleistung verhindert waren.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  2. Hallo ins Team,

    unsere Haushaltshilfe reichte Ihren Krankenschein bei uns ein.
    Wie nehmen wir nun als Arbeitgeber an der Umlage teil und welcher Betrag wird wie erstattet?

    Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

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  3. Ich bin Frührentner und arbeite seit 01.01.2017 als Kurier mit PKW und Flug auf 450 € Basis.. Auf der Abrechnung sind 448,63 angegeben, wie auch bei KV-Brutto und RV-Brutto. Ich bekomme also 483,63 € ausbezahlt. Da ich keine regelmässige Arbeitszeit habe, sondern je nach Auftrag, arbeite ich manchmal 25 Stunden, oder aber auch mal 48 Stunden am Stück. Wie sieht es da mit bezahltem Urlaub und Weiterzahlung im Krankheitsfall aus? Darf ein Arbeitgeber diese Leistungen im Arbeitsvertrag ausschliessen?
    Freundliche Grüsse
    Reinhard

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    • Guten Tag Herr Stöhr,

      für 450-Euro-Minijobber gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung. So dürfen Minijobber nicht schlechter behandelt werden als vergleichbare vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer. Dies gilt im Arbeitsverhältnis für alle Maßnahmen und Vereinbarungen, die Ihr Arbeitgeber mit Ihnen als Minijobber trifft. Wenn Sie krank sind muss Ihnen Ihr Arbeitgeber Ihren Lohn (Entgeltfortzahlung) weiterzahlen. Sie haben Anspruch auf den Lohn, den Sie bekommenen hätten, wenn Sie nicht krank gewesen wären. Die Entgeltfortzahlung wird nur für den Zeitraum geleistet, an dem Sie geplant waren aber aus gesundheitlichen Gründen an der Arbeitsleistung verhindert waren.
      Ebenso haben Minijobber ein gesetzliches Recht auf bezahlten Urlaub. Die Höhe des Urlaubsentgelts richtet sich nach dem durchschnittlichen Gehalt des Arbeitnehmers in den letzten 13 Wochen vor Beginn seines Urlaubs. Zahlungen für Überstunden bleiben bei der Berechnung unberücksichtigt.
      Wichtig: Bezahlter Urlaub bedeutet, dass der Mitarbeiter für jeden Tag sein Gehalt erhält, an dem er sonst gearbeitet hätte. Der Minijobber muss den Urlaubstag weder vor- noch nacharbeiten.
      Ein Ausschluß dieser Leistungen im Arbeitsvertrag ist arbeitsrechtlich nicht zulässig.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  4. Hallo! Ich habe 3 Minijobs (Putzstellen in Privathaushalten), jeweils 1x pro Woche/3Std.; insgesamt unter 450,-€. Wenn ich jetzt wegen einer Erkrankung mehrere Wochen ausfalle, muss ich dann 3 Krankschreibungen vom Arzt verlangen? Geht das? Gruß M.

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    • Hallo Frau Schuster,

      drei Krankschreibungen müssen Sie von Ihrem Arzt nicht verlangen. Sie können bei Ihren Arbeitgebern auch eine Kopie der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einreichen oder es reicht den Arbeitgebern als Nachweis bereits aus,
      wenn Sie das Original kurz vorlegen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  5. Hallo,
    ich war 6 Wochen krank geschrieben (aufgrund von Blutungen in der Schwangerschaft). Mein AG hat mir auch mein Minijob Gehalt ordnungsgemäß ausgezahlt.
    Nach den 6 Wochen war ich wieder für 2 Wochen arbeiten. Wurde jedoch erneut krank geschrieben, wegen Schmerzen im Unterleib. Habe ich nun erneut Anspruch auf Lohnfortzahlung oder ist dies wegen der ersten 6 Wochen ausgeschöpft?

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    • Hallo Maria,

      als Minijobberin haben Sie Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn Sie infolge unverschuldeter Krankheit arbeitsunfähig sind. Dieser Anspruch besteht längstens für 42 Tage (sechs Wochen) wegen derselben Erkrankung.

      Sofern Sie bereits 42 Tage arbeitsunfähig waren und nun infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig sind, haben Sie keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung.

      Laut Ihren Angaben waren Sie nach zwei Wochen Arbeit wieder arbeitsunfähig.
      Ein erneuter Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit würde nur bestehen, wenn
      – Sie vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge dieser Krankheit arbeitsunfähig waren oder
      – seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge dieser Krankheit mindestens zwölf Monate vergangen sind.

      Dieselbe Krankheit liegt vor, wenn die Arbeitsunfähigkeiten auf dieselbe Ursache, also dasselbe Grundleiden, zurückzuführen sind.

      Ob die Arbeitsunfähigkeiten zusammenhängen, können Sie oder Ihr Arbeitgeber in der Regel nicht selber feststellen. Bitte fordern Sie oder Ihr Arbeitgeber diese Information von Ihrer Krankenkasse an.

      Sollten Sie aufgrund einer anderen Krankheit ohne Vorerkrankungszeiten arbeitsunfähig sein, haben Sie einen neuen Anspruch auf sechs Wochen Entgeltfortzahlung durch Ihren Arbeitgeber.

      Wenn für Sie ein neuer Anspruch auf Lohnfortzahlung durch Ihren Arbeitgeber besteht, kann sich Ihr Arbeitgeber in der Regel 80 Prozent seiner Aufwendung von der Arbeitgeberversicherung der Knappschaft erstatten lassen.

      Alles Gute!
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  6. Hallo,
    seit Januar 2015 habe ich einen Minijob.

    Vom 05.12.16 bis 03.03.16 war ich arbeitsunfähig erkrankt. Da ich für die ersten 6 Wochen keine Lohnfortzahlung erhalten habe, würde ich gerne wissen, ob sich mein Chef für diese Zeit die Lohnfortzahlung (80 %) durch die Minijobzentrale hat erstatten lassen.

    Dürfen sie mir hierzu Auskunft geben?

    Vielen Dank

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    • Hallo Petra,

      aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfen wir Ihnen hierzu keine Auskunft erteilen. Wenn Sie sich mit Ihrer Sozialversicherungsnummer an die „Arbeitgeberversicherung Knappschaft“ wenden, die sich um die Erstattung von Arbeitgeberaufwendungen kümmert, kann diese überprüfen, inwiefern Ihr Arbeitgeber die gesetzlichen Regelungen berücksichtigt hat. Das Service-Telefon der Arbeitgeberversicherung können Sie von montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr und freitags von 7 bis 14 Uhr unter der Telefonnummer Tel.: 0234 304 43990 erreichen. Die E-Mail-Adresse lautet arbeitgeberversicherung@knappschaft.de

      Alles Gute
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  7. Es schreibt Ihnen Herr Seiffert.
    Ich bin Rentner und bin im Rahmen eines mini-jobs auf 450,00€ Basis
    noch beruflich tätig. Durch Krankheit war ich bereits 6 Wochen arbeitunfähig
    und habe für diese Zeit Lohnfortzahlung bekommen. Mein Arbeitgeber hat
    für diesen Zeitraum einen finanziellen Ausgleich von der Knappschaft erhalten.
    Nun wurde ich nach 2 Wochen Arbeit wiederholt krank und arbeitsunfähig.
    Frage: bekomme ich für die erneute Krankschreibung ebenso Lohnfortzahlung
    und mein Arbeitgeber einen finanziellen Ausgleich durch die Knappschaft?
    freundliche Grüße Herr Seiffert

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    • Hallo Herr Seiffert,

      als Minijobber haben Sie Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn Sie infolge unverschuldeter Krankheit arbeitsunfähig sind. Dieser Anspruch besteht längstens für 42 Tage (sechs Wochen) wegen derselben Erkrankung.

      Sofern Sie bereits 42 Tage arbeitsunfähig waren und nun infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig sind, haben Sie keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Laut Ihren Angaben waren Sie nach zwei Wochen Arbeit wieder arbeitsunfähig. Ein erneuter Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit würde nur bestehen, wenn
      – Sie vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge dieser Krankheit arbeitsunfähig waren oder
      – seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge dieser Krankheit mindestens zwölf Monate vergangen sind.

      Sollten Sie jedoch aufgrund einer anderen Krankheit ohne Vorerkrankungszeiten arbeitsunfähig sein, haben Sie Anspruch auf sechs Wochen Entgeltfortzahlung durch Ihren Arbeitgeber.

      Sollte für Sie ein Anspruch auf Lohnfortzahlung durch Ihren Arbeitgeber bestehen, kann sich Ihr Arbeitgeber in der Regel 80 Prozent seiner Aufwendung von der Arbeitgeberversicherung der Knappschaft erstatten lassen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  8. Ich bin seit 2014 bei einer Familie 14 tägig für je 3 stunden als putzhilfe beschäftigt und auch auf mini jop angemeldet .Leider bekomme ich da wenn ich krank bin kein Geld .So bin ich oftmals halb krank arbeiten gegangen weil das Geld sonst fehlt ich finde das sehr schade.Leider gibt es immer noch Arbeitgeber die das ausnutzen wenn jemand auf das Geld angewiesen ist.Oder man wird erst garnicht angemeldet.

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  9. Hallo Ulli
    drücke dir fest die Daumen das Du zu deinem Geld kommst. Ich habe zwar keinen Minijob, finde aber das hier unbedingt nachgebessert werden muss, da sich wirklich viele AG nicht daran halten, Krankheits bzw. Urlaub zu zahlen.

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  10. Habe seit 7 Jahren eine geringfügige Beschäftigung in einer Baufirma. Ich arbeite an 3 Nachmittagen insgesamt 40 Stunden im Monat. Nun bin ich seit 7 Jahren das erste Mal krank. Hatte eine große OP. Habe die Krankmeldung bei meinem Arbeitgeber eingereicht. Jetzt bekomme ich den Dezember Lohn. Abgerechnet wurden nur die Stunden die ich gearbeitet habe. Die Krankheit wurde mir nicht bezahlt. Die meisten Arbeitgeber wissen oder wollen es nicht wissen, daß sie Lohnfortzahlung 6 Wochen lang leisten müssen. Jetzt muss ich bei meinem Arbeitgeber reklamieren. Warum wird dies nicht überprüft. Es sind so viele minijobber die nur ausgenutzt werden und selbst garnicht wissen was ihnen zusteht. Bin gespannt was mein Arbeitgeber dazu meint. Das ist für mich enttäuschend da ich mir krank war und meine Arbeit immer sehr gewissenhaft gemacht habe.

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