Entgeltfortzahlung bei Krankheit auch für Minijobber

Minijobber, die erkrankt sind oder an einer Rehabilitationsmaßnahme teilnehmen, haben – wie jeder andere Arbeitnehmer – bis zu 6 Wochen Anspruch auf Fortzahlung ihres Entgeltes durch den Arbeitgeber. Der Anspruch entsteht automatisch, wenn das Arbeitsverhältnis zwischen Minijobber und Arbeitgeber seit mindestens vier Wochen ununterbrochen besteht.

Leider kommt es immer wieder vor, dass Minijobber während ihrer Erkrankung kein Entgelt erhalten. In diesen Fällen weist der Arbeitgeber dann keine Pauschalbeiträge zur Sozialversicherung nach und übermittelt uns gegebenenfalls einen Nullbeitragsnachweis für den betreffenden Monat. Aufgrund des Anspruches auf Entgeltfortzahlung sind jedoch auch für den Zeitraum der Erkrankung Pauschalbeiträge zur Sozialversicherung für den Minijobber nachzuweisen und zu zahlen.

Damit der Arbeitgeber durch die Entgeltfortzahlung nicht finanziell überlastet wird, sieht der Gesetzgeber eine Erstattung in Höhe von 80 Prozent des fortgezahlten Entgeltes vor. Die Mittel für die Erstattung werden durch die Umlagebeiträge der an diesem Ausgleich beteiligten Arbeitgeber erbracht (U1 für Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit und U2 für Arbeitgeberaufwendungen bei Schwangerschaft/Mutterschaft). Für alle Minijobber – unabhängig davon, bei welcher Krankenkasse diese versichert sind – und alle knappschaftlich Versicherten führt das Erstattungsverfahren die Arbeitgeberversicherung der Knappschaft durch.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Internetseite. Darüber hinaus bietet die Arbeitgeberversicherung die Broschüre „Ausgleichsverfahren für Arbeitgeber“ zum Thema an.

Infos zum Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit haben wir auch in unserer Videoreihe „Minijob? – Wir antworten“ zusammengefasst:

von Team der Minijob-Zentrale Veröffentlicht in Rechtliches Verschlagwortet mit

8 Kommentare zu “Entgeltfortzahlung bei Krankheit auch für Minijobber

  1. Habe seit 7 Jahren eine geringfügige Beschäftigung in einer Baufirma. Ich arbeite an 3 Nachmittagen insgesamt 40 Stunden im Monat. Nun bin ich seit 7 Jahren das erste Mal krank. Hatte eine große OP. Habe die Krankmeldung bei meinem Arbeitgeber eingereicht. Jetzt bekomme ich den Dezember Lohn. Abgerechnet wurden nur die Stunden die ich gearbeitet habe. Die Krankheit wurde mir nicht bezahlt. Die meisten Arbeitgeber wissen oder wollen es nicht wissen, daß sie Lohnfortzahlung 6 Wochen lang leisten müssen. Jetzt muss ich bei meinem Arbeitgeber reklamieren. Warum wird dies nicht überprüft. Es sind so viele minijobber die nur ausgenutzt werden und selbst garnicht wissen was ihnen zusteht. Bin gespannt was mein Arbeitgeber dazu meint. Das ist für mich enttäuschend da ich mir krank war und meine Arbeit immer sehr gewissenhaft gemacht habe.

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  2. Hallo Ulli
    drücke dir fest die Daumen das Du zu deinem Geld kommst. Ich habe zwar keinen Minijob, finde aber das hier unbedingt nachgebessert werden muss, da sich wirklich viele AG nicht daran halten, Krankheits bzw. Urlaub zu zahlen.

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  3. Ich bin seit 2014 bei einer Familie 14 tägig für je 3 stunden als putzhilfe beschäftigt und auch auf mini jop angemeldet .Leider bekomme ich da wenn ich krank bin kein Geld .So bin ich oftmals halb krank arbeiten gegangen weil das Geld sonst fehlt ich finde das sehr schade.Leider gibt es immer noch Arbeitgeber die das ausnutzen wenn jemand auf das Geld angewiesen ist.Oder man wird erst garnicht angemeldet.

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  4. Es schreibt Ihnen Herr Seiffert.
    Ich bin Rentner und bin im Rahmen eines mini-jobs auf 450,00€ Basis
    noch beruflich tätig. Durch Krankheit war ich bereits 6 Wochen arbeitunfähig
    und habe für diese Zeit Lohnfortzahlung bekommen. Mein Arbeitgeber hat
    für diesen Zeitraum einen finanziellen Ausgleich von der Knappschaft erhalten.
    Nun wurde ich nach 2 Wochen Arbeit wiederholt krank und arbeitsunfähig.
    Frage: bekomme ich für die erneute Krankschreibung ebenso Lohnfortzahlung
    und mein Arbeitgeber einen finanziellen Ausgleich durch die Knappschaft?
    freundliche Grüße Herr Seiffert

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    • Hallo Herr Seiffert,

      als Minijobber haben Sie Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn Sie infolge unverschuldeter Krankheit arbeitsunfähig sind. Dieser Anspruch besteht längstens für 42 Tage (sechs Wochen) wegen derselben Erkrankung.

      Sofern Sie bereits 42 Tage arbeitsunfähig waren und nun infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig sind, haben Sie keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Laut Ihren Angaben waren Sie nach zwei Wochen Arbeit wieder arbeitsunfähig. Ein erneuter Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit würde nur bestehen, wenn
      – Sie vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge dieser Krankheit arbeitsunfähig waren oder
      – seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge dieser Krankheit mindestens zwölf Monate vergangen sind.

      Sollten Sie jedoch aufgrund einer anderen Krankheit ohne Vorerkrankungszeiten arbeitsunfähig sein, haben Sie Anspruch auf sechs Wochen Entgeltfortzahlung durch Ihren Arbeitgeber.

      Sollte für Sie ein Anspruch auf Lohnfortzahlung durch Ihren Arbeitgeber bestehen, kann sich Ihr Arbeitgeber in der Regel 80 Prozent seiner Aufwendung von der Arbeitgeberversicherung der Knappschaft erstatten lassen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  5. Hallo,
    seit Januar 2015 habe ich einen Minijob.

    Vom 05.12.16 bis 03.03.16 war ich arbeitsunfähig erkrankt. Da ich für die ersten 6 Wochen keine Lohnfortzahlung erhalten habe, würde ich gerne wissen, ob sich mein Chef für diese Zeit die Lohnfortzahlung (80 %) durch die Minijobzentrale hat erstatten lassen.

    Dürfen sie mir hierzu Auskunft geben?

    Vielen Dank

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    • Hallo Petra,

      aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfen wir Ihnen hierzu keine Auskunft erteilen. Wenn Sie sich mit Ihrer Sozialversicherungsnummer an die „Arbeitgeberversicherung Knappschaft“ wenden, die sich um die Erstattung von Arbeitgeberaufwendungen kümmert, kann diese überprüfen, inwiefern Ihr Arbeitgeber die gesetzlichen Regelungen berücksichtigt hat. Das Service-Telefon der Arbeitgeberversicherung können Sie von montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr und freitags von 7 bis 14 Uhr unter der Telefonnummer Tel.: 0234 304 43990 erreichen. Die E-Mail-Adresse lautet arbeitgeberversicherung@knappschaft.de

      Alles Gute
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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