Gleiches Recht für alle – Arbeitsrecht gilt auch für Minijobber

Minijobber gelten nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) als Teilzeitbeschäftigte. Sie haben grundsätzlich die gleichen Arbeitsrechte wie andere Arbeitnehmer auch. Leider wissen dies viele der „geringfügig Beschäftigten“ und – was noch schlimmer ist – auch ihre Arbeitgeber nicht. Unternehmen oder Organisationen, die Minijobber beschäftigen, dürfen diese Mitarbeiter keinesfalls schlechter behandeln als Vollzeitbeschäftigte.

Einige Beispiele, die deutlich machen, wo im Arbeitsalltag gegen Arbeitsrechte von Minijobbern verstoßen wird: So kommt es häufig vor, dass zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer kein schriftlicher Arbeitsvertrag geschlossen wird. Der Arbeitgeber ist aber verpflichtet, spätestens einen Monat nach Beginn der Beschäftigung die wesentlichen Arbeitsbedingungen schriftlich festzuhalten. In diesen Nachweis gehört unter anderem die Regelung des bezahlten Urlaubs. Der gesetzliche Urlaubsanspruch beträgt jährlich mindestens vier Wochen bzw. 24 Werktage bei einer 6-Tage-Woche. Bei Minijobs muss der Urlaub auf die entsprechend vereinbarten Werktage umgerechnet werden.

Minijobbern, die krank werden oder eine stationäre Kur machen, steht Lohnfortzahlung bis zu sechs Wochen zu. Bei Schwangerschaft haben Minijobberinnen während der Mutterschutzfristen Anspruch auf den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld und die Fortzahlung des Arbeitsentgeltes. Auch an Feiertagen müssen Arbeitgeber ihre Minijobber bezahlen. Die ausgefallene Arbeitszeit muss nicht an einem sonst arbeitsfreien Tag vor- oder nachgearbeitet werden. Auch beim Kündigungsschutz gelten für Minijobber die gleichen Rechte wie für Vollzeitbeschäftigte.

17 Kommentare zu “Gleiches Recht für alle – Arbeitsrecht gilt auch für Minijobber

    • Hallo Herr Salmikeit,

      für Minijobber gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung. So dürfen Minijobber nicht schlechter behandelt werden als vergleichbare vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer.
      Dies gilt im Arbeitsverhältnis für alle Maßnahmen und Vereinbarungen, die Ihr Arbeitgeber mit Ihnen als Minijobber trifft.

      Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich mit Ihrer arbeitsrechtlichen Fragestellung an das das Bürgertelefon des Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
      Dieses erreichen Sie von Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer: 030 / 221 911 004.

      Mit freundlichen sommerlichen Grüßen

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  1. Hallo,
    ich arbeite seit einem Jahr unbefriestet, auf Minijob Basis und die Arbeitszeiten und Tage sind unterschiedlich, aber ich werde fast immer (sehr selten fehlen mir ein paar Std) auf 450€ eingetragen, ich habe also meistens die vollen Stunden (47,36 Std)
    Ich habe 3 Fragen:
    1. Ist es legal, dass wir im Jahr für den ganzen Urlaub 25 Stunden bezahlt bekommen( mir wurde erklärt das sind 5 Std/Woche)? Bei 2 Wochen Urlaub bekomme ich ledilig 10 Std bezahlt.
    2. Wir bekommen keine Feiertage bezahlt, die Voll und Teilzeitkräfte schon.
    3. Pro Krankheitstag werden 2,5 Std bezahlt (10/Woche), obwohl der Plan gemacht war und an dem Tag hätte ich, als Beispiel, 7 Std arbeiten müssen. Krank werden ist auch nicht selbst verschuldet.
    Das heisst wenn ich in der Reha für 4 Wochen gehen werde, bekomme ich nicht was ich immer bezahlt bekomme sondern nur 40 Std.

    Ich habe Ihre Seite mehrmals gelesen, ich werde leider nicht schlau daraus, was mein Arbeitgeber hier an Gesetze verfolgt.
    Schöne Grüße
    Laura

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    • Hallo Eddy,

      auf Ihre Fragen zum Arbeitsrecht antworten wir wie folgt:

      Zu 1. Nach § 11 Bundesurlaubsgesetz berechnet sich das Urlaubsentgelt nach Ihrem durchschnittlichen Verdienst in den letzten 13 Wochen vor Ihrem Urlaubsbeginn.

      Zu 2. Wenn Ihr Arbeitseinsatz nur wegen des Feiertages ausfällt, haben Sie einen Anspruch darauf, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen für diesen Tag das Arbeitsentgelt zahlt, das Sie ohne Arbeitsausfall erhalten hätten. Dies gilt tatsächlich nur dann, wenn Sie an diesem Feiertag normalerweise zur Arbeitsleistung verpflichtet gewesen wären. Es ist auch nicht zulässig, dass Ihr Arbeitgeber Sie die ausgefallene Arbeitszeit an einem sonst arbeitsfreien Tag vor- oder nacharbeiten lässt. Die Verpflichtung zur Entgeltfortzahlung bei Arbeitsausfall an Feiertagen ergibt sich aus § 2 Entgeltfortzahlungsgesetz. Nach dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz ist es dem Arbeitgeber in der Regel untersagt, verschiedene vergleichbare Arbeitnehmergruppen ungleich zu behandeln. Verboten ist eine willkürliche Ungleichbehandlung, für die es keinen sachlichen, billigenswerten Grund gibt.

      Zu 3. Minijobber, die infolge unverschuldeter Krankheit oder einer medizinischen Vorsorge-, bzw. Rehabilitationsmaßnahme arbeitsunfähig sind, haben Anspruch auf Fortzahlung ihres regelmäßigen Verdienstes durch den Arbeitgeber bis zu sechs Wochen. Ihr Arbeitgeber kann sich 80 % des fortgezahlten Entgelt von der Arbeitgeberversicherung der Knappschaft erstatten lassen.

      Sie können Ihrem Arbeitgeber gerne unsere Broschüre über die Arbeitsrechte der Minijobber zur Verfügung stellen https://www.minijob-zentrale.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/gewerblich/03_19913_arbeitsrecht.html?nn=701886. Für eine individuellere Beratung zum Thema Arbeitsrecht empfehlen wir Ihnen das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales anzurufen. Dieses erreichen Sie von montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030/221 911 004.

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  2. Guten Tag!
    Es geht um Feiertage, Sie schreiben hier “ Auch an Feiertagen müssen Arbeitgeber ihre Minijobber bezahlen.“
    a) Woraus ergibt sich diese Verpflichtung?
    b) Aus welcher Art Vertrag ergibt sich diese Verpflichtung?
    c) Beispiel: Vertrag über 11 €/Stunde mit Dokumentation der tatsächlich gearbeiteten Stunden und einer Obergrenze bis 450/11= 40,9 h / Monat. Müssen jetzt für Feiertage eine imaginäre Anzahl Stunden dazu addiert werden?
    VG H.Reuke

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    • Hallo Reuke,

      die Verpflichtung zur Entgeltfortzahlung bei Arbeitsausfall an Feiertagen ergibt sich aus § 2 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG).

      Minijobber haben dann einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung für Feiertage, wenn der Feiertag auf einen Tag fällt, an dem der Minijobber sonst regelmäßig zur Arbeitsleistung verpflichtet wäre. Arbeitgeber müssen ihrem Minijobber für die ausfallende Arbeitszeit das Arbeitsentgelt zahlen, das er ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte.

      Sollten Sie weitere Fragen zur Entgeltfortzahlung an gesetzlichen Feiertagen haben, empfehlen wir Ihnen das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zum Thema Arbeitsrecht. Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030/221 911 004.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  3. Hallo Frau Hillebrecht,

    Arbeitnehmer haben einen gesetzlichen Urlaubsanspruch von mindestens 24 Werktagen im Jahr, bei einer 6-Tage-Woche und 20 Tage bei einer 5-Tage-Arbeitswoche. Den vollen Anspruch erwerben Sie allerdings erst, nachdem Ihr Arbeitsvertrag sechs Monate bestanden hat. Endet das Arbeitsverhältnis bereits in den ersten sechs Monaten nach Beschäftigungsbeginn, haben Sie einen Anspruch auf ein Zwölftel Ihres Jahresurlaubes für jeden Beschäftigungsmonat. Da Ihre Arbeitstage nicht regelmäßig auf eine Woche verteilt sind und Ihr Vertrag bereits nach drei Monaten endet, können wir von unserer Seite, Ihren anteiligen Urlaub nicht berechnen. Bitte wenden Sie sich hierfür an Ihren Arbeitgeber.
    Falls Ihnen Ihr Arbeitgeber keine konkreten Informationen geben kann, verweisen wir Sie zudem auf die Experten aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Sie erreichen das zum Thema Arbeitsrecht geschaltete Bürgertelefon unter der Rufnummer 030 221 911 004.

    Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und schöne Feiertage!

    Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  4. Ich hab mal ne dringende Frage, ich war im November 1 Tag, im Dezember 6 und im Januar werde ich 3 Tage arbeiten gehen. Wieviel Urlaub steht mir zu? In meinem Vertrag steht davon nämlich nichts! Auch läuft der Vertrag auch nur die 3 Monate!

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  5. guten tag habe auch mal eine frage habe einen unbefristen arbeitsvertrag da ich schon fünf jahre in der firma tätig bin .ich musste mich einer op unterziehen durch meine arbeit wurde auch sechs wochen lohnfortzahlung geleistet .nun möchte ich erholungsurlaub haben ,da ich dort einen 450 euro job habe weiss ich nicht wie es gerechnet wird vom betrieb da sie mir auch eigentlich keinen bezahlten urlaub geben wollen ,will ich es trzdem durchziehen.bevor ich die op hatte ging ich 2 mal die woche arbeiten für ca 5 oder 7 std. jetzt wurde ich strafversetzt und gehe wieder unterschiedlich auch für 5 oder 6 std.was steht mir zu ?danke für ihre antwort.

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  6. Vielen lieben Dank !!!

    Nun, die erneute Anmeldung habe ich so erhalten.
    Ich glaube, da muss ich nochmal nachhaken, das kommt mir seltsam vor.
    Hätte ich eine Abmeldung auch schriftlich bekommen ?
    Ich glaube, ich lese nochmal nach, und rufe dann gegebenenfalls besser an :)
    Herzlichen Dank !!!

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  7. Hallo Didi,

    vielen Dank für Ihre Nachrichten. Entschuldigen Sie bitte die verspätete Antwort. Wir Mitarbeiter der Minijob-Zentrale versuchen durch verschiedene Maßnahmen wie z. B. durch Bereitstellung von Informationen auf verschienden Kanälen und durch persönliche Beratungen, die Arbeitgeber für die Rechte von Minijobbern zu sensibilisieren.

    Minijobber werden im Krankheitsfall nicht einfach abgemeldet. Ganz im Gegenteil, der Arbeitgeber setzt lediglich eine andere Meldung an uns ab. Wenn Sie Ihrer Nebentätigkeit infolge von Krankheit nicht nachgehen können, haben Sie einen Anspruch auf die Fortzahlung Ihres Gehaltes bis zu sechs Wochen. Das Entgelt wird für die Tage fortgezahlt, an denen Sie ohne Arbeitsunfähigkeit zur Arbeitsleistung verpflichtet gewesen wären (§§ 3 – 4 Entgeltfortzahlungsgesetz – EFZG).
    In einer unserer Broschüren mit dem Titel „Arbeitsrecht für Minijobs“ haben wir die wichtigsten Themen zusammengefasst. Gerne können Sie diese Informationen mit Ihrem Arbeitgeber teilen. http://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/03_service_rechte_navigation/DownloadCenter/1_Broschueren_und_Info_Blaetter/1_gewerblich/11_19913_Arbeitsrecht.pdf?__blob=publicationFile&v=1

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  8. Auch mir geht es so, was im Krankheitsfall ( und da hatte ich dieses Jahr unendlich Pech, schwer erkrankt ) ganz, ganz übel aussieht.
    Was Viele nicht bedenken, man kann keine Versicherung abschließen, nicht vorsorgen, wenn man nicht weiß, ob man nächsten Monat nicht vielleicht krank wird…..
    Mit vielen Fehltagen in diesem Jahr, da denkste auch gar nicht erst darüber nach, auch nur unbezahlten Urlaub zu machen, denn eigentlich bin ich froh, das mein Arbeitgeber mich in gesundheitlich schweren Zeiten nicht einfach ersetzt hat.
    In meinem letzten Vertrag war die Klausel der Lohnfortzahlung einfach durchgestrichen, dieses Mal habe ich gar keinen.
    Gut zu wissen, das darauf hingewiesen wird !
    Wissen denn die privaten Haushalte ( mein Arbeitsfeld, gelernter Beruf ) denn, das Sie sich das Geld der Lohnfortzahlung überhaupt zu einem Großteil erstatten lassen können ?
    Für mich macht es keinen Sinn, das sich „gedrückt“ wird, oder ist der Aufwand sehr groß ?
    Wissen Sie, gleichgestellt sind „wir“, aber so angesehen werden „wir“ nicht, obwohl ich finde, das viel getan wurde.
    Und viele private Haushalte sehen sich selbst oft gar nicht als „Arbeitgeber“ im allgemeinen Sinne.
    Allerdings, das muss ich auch sagen, bekam ich durchaus schon mit, das es die vollkommen korrekten Stellen durchaus gibt !

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    • Schade, Fragen werden nicht beantwortet, vielleicht ist es aber auch nur unter gegangen.
      Für „uns“ Minijobber interessiert man sich doch nicht wirklich, habe ich das Gefühl. Aber angemeldet sollen die Leute werden, damit verdient man ja auch ‚was.
      Ich wundere mich nicht mehr, viele Reinigungskräfte im Umfeld verdienen sich eine goldene Nase mit unzähligen Stellen zu hohen Stundenlöhnen ( ich kenne einen Fall, da werden 18 Euro pro Stunde bezahlt ), die das Risiko der Schwarzarbeit ausgleichen sollen.
      Man hat ja doch keinen Fürsprecher, keiner ist zuständig, niemand kontrolliert.
      Selbst muss man den Kopf aber hinhalten.
      Ich würde auch gerne in die Rentenkasse einzahlen, aber wie zahle ich das, wenn ich krank werde, weiter ?
      Selbst mein Mann sagte zu mir „Ach, lass‘ doch, ist halt so“.
      Was er wohl sagen würde, würde man ihm keinen Urlaub & Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zahlen ?
      Wir werden nicht als „richtige“ Arbeitnehmer gesehen.
      Sobald ich die Chance habe, wechsel ich in Teilzeit. Aber die Chance muss man halt erst mal haben !

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      • Was auch noch interessant ist:
        Während meiner Erkrankung wurde ich automatisch ab- und wieder angemeldet bei der Minjobzentrale, hatte ja zwischendurch mehrere Wochen nicht gearbeitet.
        Habe ich Anhand eines Schreibens erfahren ( erneute Anmeldung, als ich wieder gearbeitet habe )
        Mein Arbeitgeber wußte davon auch nix.
        Also, wirste länger krank, biste dann auch nicht mehr angemeldet *bitterlach*

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  9. Schade das mein Arbeitgeber diese ihre interessanten Seiten nicht liest( oder lesen will?
    Bei uns gibt es weder Urlaub noch Entlohnung bei Krankheit. Wer den Mund auf macht fliegt. Also werde ich auch nur den befristeten Arbeitsvertrag auslaufen lassen und was anderes suchen.

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    • Eigentlich werden alle Arbeitgeber von uns darauf hingewiesen. In unseren Begrüßungsschreiben machen wir bspw. ganz konkret darauf aufmerksam. Aber wir wissen, dass es hier trotzdem noch Probleme gibt. Wir bleiben weiter am Ball. In dieser Woche widmen wir uns dem Thema Arbeitsrecht auch auf unserem Twitter-Account @MinijobZentrale.

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