Auch Gassi-Geher müssen angemeldet werden – Zum Welthundetag: der Hundesitter als Minijobber

Hundetag - © Ljupco / istockphoto.com

Heute am Welthundetag dreht sich alles um den Vierbeiner. Aber auch über das Jahr gesehen geht die Hundeliebe der Deutschen weit. 5,4 Millionen deutsche Hundebesitzer und ihre Vierbeiner sorgen jährlich für einen Umsatz von ca. fünf Milliarden Euro, die mit Dienstleistungen und Produkten rund um das Wohlbefinden der Haustiere erwirtschaftet werden¹. Umso verwunderlicher ist es, dass bei der Betreuung der Vierbeiner oft am falschen Ende gespart wird. So sind viele Hundesitter nicht als Minijobber angemeldet. Wir fragten den Leiter der Minijob-Zentrale, Dr. Erik Thomsen, nach den Gründen und Folgen.

Dr. Erik Thomsen, Leiter der Minijob-Zentrale

Warum sind viele Hundesitter nicht als Minijobber im Privathaushalt angemeldet?
„Einerseits steckt Unwissenheit dahinter, andererseits auch Angst vor Bürokratie. Hinzu kommt oft ein mangelndes Unrechtsbewusstsein. Schwarzarbeit ist für viele immer noch ein Kavaliersdelikt. Dabei können Bußgelder bis zu 5.000 Euro und weitere finanzielle Forderungen auf den Arbeitgeber zukommen.“ Wann muss denn der Hundebesitzer den Betreuer seines Vierbeiners als Minijobber anmelden? „Für Arbeitgeber lautet die Grundregel: Sobald der Hundesitter regelmäßig mit dem Vierbeiner Gassi geht und dafür monatlich bis zu 450 Euro erhält, ist er als Minijobber anzumelden. Die Anmeldung stärkt nicht nur die Rechte von Arbeitgebern und -nehmern, sondern untermauert zugleich auch das Vertrauensverhältnis und bringt beiden Vorteile“.

Welche Vorteile haben Hundebesitzer und Hundesitter von der Anmeldung des Minijobs?
„Mit der Anmeldung bei der Minijob-Zentrale sichert sich der Arbeitgeber vor finanziellen Ansprüchen bei Arbeitsunfällen ab – gerade im Umgang mit Tieren ein wichtiger Vorteil. Zudem kann er jährlich 20 Prozent der Kosten – maximal 510 Euro im Jahr – steuerlich geltend machen. Der Hundesitter ist unfallversichert, wenn er legal beschäftigt ist. Außerdem hat er Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung, auf bezahlten Urlaub und die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Wie funktioniert die Anmeldung bei der Minijob-Zentrale?
Über das sogenannte Haushaltsscheck-Verfahren. Der Arbeitgeber muss lediglich das einseitige Haushaltsscheck-Formular ausfüllen, es vom Arbeitnehmer unterschreiben lassen und an die Minijob-Zentrale schicken. Das Formular können private Arbeitgeber telefonisch beim Service-Center der Minijob-Zentrale unter 0355 / 290 270 799 anfordern, im Internet unter www.minijob-zentrale.de herunterladen oder gleich online bearbeiten. (1) Universität Göttingen: Ökonomische Gesamtbetrachtung der Hundehaltung in Deutschland, 2006.

3 Kommentare zu “Auch Gassi-Geher müssen angemeldet werden – Zum Welthundetag: der Hundesitter als Minijobber

  1. Pingback: Reingehört: Sorgenfrei in Urlaub und Alltag – So finden Sie den passenden Tiersitter | Die Minijob-Zentrale

  2. Und wer z.B. nach einem Unfall kurz- oder langfristig nicht in der Lage ist seinem Hund gerecht zu werden hat Pech gehabt? Lieber Mike – Kommentar nicht zu Ende gedacht.

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